Algerien-Gäste besuchen ihr Schild
Gut zwei Jahre nach der übergabe des Schildes von BOUDOUAOU besuchte Mr. Bouyahiaoui Abdelouahab mit einer neuen Jugendgruppe mit Schülerinnen und Schülern aus Algier in Begleitung von Sören Schumann und Judith Schöffel von "Arbeit und Leben" den Hofer Fernwehpark, um die beiden dort angebrachten Schildergrße aus ALGERIEN zu besichtigen.
Unser Bild zeigt Mr. Abdelouahab Bouyahiaoui (Mitte) mit Judith Schöffel und Sören Schumann (rechts dahinter) im Kreise der Jugendlichen. Diese waren von dem weltweit einmaligem Projekt, dessen Globale Bedeutung Fernwehpark Initiator Klaus Beer auf englisch erklärte und Mr. Bouyahiaoui ins Französische übersetzte, sehr angetan.
ARBEIT UND LEBEN organisiert bundesweit Bildung in über 8.000 Veranstaltungen und gehört damit zu den größten gemeinnützigen Weiterbildungsanbietern in der Bundesrepublik Deutschland - und erreicht jährlich ca. 300.000 Jugendliche und Erwachsene.
Boudouaou / Algerien: Kommen als Fremde, Gehen als Freunde
Völkerverständigung in Hof. Am Anfang stand eine Begegnung auf einem Schulhof in BOUDOUAOU, einem Vorort von Algier. Sören Schumann kam dort mit dem Englischlehrer Abdelouahab Bouyahiaoui ins Gespräch, der damals mit dem Gedanken spielte, einen Schüleraustausch ins Leben zu rufen. So kam, laut Schumann, gleich der Gedanke auf: "Warum eigentlich nicht mit Deutschland?"
Zurück in Deutschland nahm Schumann sofort Kontakte zu verschiedenen Stellen auf und erhielt von der Hofer SPD schließlich eine Verbindung zu Herbert Narr und den Falken. Der erste Besuch aus Algerien folgte im Juli 2007, als eine Gruppe junger Damen aus dem Wüstenstaat samt Betreuern in Hof zu Gast war. Da es um einen langjährigen Schüleraustausch geht, werden derzeit verschiedene Weichen gestellt, z.B. Treffen mit Lehrern der Wirth-Realschule.
Wie weiter zu erfahren war, hat man bereits für Oktober dieses Jahres die Einladung zum Gegenbesuch ausgesprochen. Eine kleine Gruppe, vielleicht zwei Lehrer und drei Schüler, sollen dann als Vorbereitungsteam die Sehenswürdigkeiten der Metropole Algier kennen lernen, aber auch den Unterricht an der "Mohamed-Ghalmi-Schule" und natürlich die Menschen und ihre Mentalität. "Wir wollen, dass auf diese Weise Verständnis geweckt wird für die jeweils andere Kultur", sagt Bouyahiaoui.
Als sichtbares Zeichen dafür sollen im Oktober zwei Freundschaftsbäumchen gepflanzt werden. "Wenn das Klima passt, dann vielleicht eine deutsche Eiche und ein algerischer Baum", überlegt Schumann.
Gemeinsam mit Abdelkrim Abidat, dem Präsident des Dachverbands der algerischen Jugendorganisationen, der dem Projekt auf algerischer Seite einen offiziellen Charakter verleiht, weilte Bouyahiaoui nun in Hof. Nach einem Besuch bei OB Dr. Harald Fichtner besuchten die Gäste aus Algerien auch den Fernwehpark - und kamen nicht mit leeren Händen.
Abdelouahab Bouyahiaoui und Abdelkrim Abidat hatten ein Grußschild aus BOUDOUAOU mitgebracht, das sie an Fernwehpark Initiator Klaus Beer (knieend) übergaben. Im Bild von links Sören Schumann und Herbert Narr.
FERNWEH pur: Erinnerung an die SAHARA
Klaus Beer freute sich sehr über das schmucke Grußschild aus Algerien, das für den Fernwehpark extra angefertigt wurde. Bei dem anschließenden Rundgang durch die Schilderreihen berichtete Klaus Beer von seiner persönlicher Beziehung zu Algerien, das er nach Tunesien und Marokko 1978 als drittes orientalisches Land bereiste und darüber eine Film drehte. Dieser fand großen Anklang und wurde in Ausschnitten in der NDR-Sendereihe "Mit Weltenbummlern unterwegs" ausgestrahlt. Titel: "SAHARA".
Klaus Beer: "Wir überquerten damals von Houmt Souk in Tunesien kommend die algerische Grenze und waren überwältigt vom Anblick von Ghardaia, einer von drei wunderschönen weißen Städten, wie Beni-Isguen. Dann ging es weiter nach El Golea mit seinen über 200 Meter hohen Sanddünen, über das steinige Plateaut von Tademait nach In Salah, einer Wüstenstadt, auf der Flucht vor dem immer wandernden Sand. Wir fuhren dann in das Hoggargebirge zu den Tuaregs nach Tamanrasset... Schneeweiße Reitkamele und blaugewandte stolze Tuaregs - Traumbilder für die Filmkamera. SAHARA - eine fantastische Landschaft, mit jede Menge Sandsturm, der einfach dazugehört, besonders in Djanet. Durch das Tassili ging es schließlich wieder zurück durch die Dünenmeere des Grand Erg Oriential... Total verdreckt - nach 6 Wochen Saharaexpedion mit Landrover und Zelten - kamen wir in einem tunesischen Nobelhotel an, wo wir von den am Pool liegenden Touris wie Exoten bestaunt wurden. FERNWEH pur, schon damals, das sich bis heute immer steigerte und für das symbolhaft für alle Weltreisenden der FERNWEHPARK steht."
Die Reisen von Klaus Beer sind übrigens unter TERRA FILM zu sehen.
Abdelouahab Bouyahiaoui freute sich sehr über das völkerverbindende Friedensprojekt und sagte, dass die Globale Bedeutung des Fernwehparks auch seinen Vorstellungen von einer friedvollen Welt entspräche und er all das von Klaus Beer gesagte in seinem Herzen nachvollziehen könne.
So verabschiedeten sich am Fernwehpark Menschen verschiedener Kulturen und Religionen, die sich zuvor noch nie gesehen hatten, aber durch die Ideologie des multikulturellen und völkerverbindenden Friedensprojekts als Freunde auseinander gingen.