Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Fernwehpark bewacht wie Fort Knox

2 Webcams senden weltweit!

Ab sofort können von zwei Standpunkten aus Besucher des Hofer Fernwehparks ihren Freunden in der ganzen Welt zuwinken. Zeitnah und live. Nach gut zwei Jahren technischer Arbeit wurde am Hofer Fernwehpark eine zweite Webcam in Betrieb genommen. Wie Kamera 1, stellt diese, jetzt aus der Perspektive der Michaelisbrücke, alle 30 Sekunden aktuelle Bilder ins Netz. Fernwehpark Initiator Klaus Beer: "Diese Grußmöglichkeit wird sehr gerne genutzt. Man muß dazu nur mit dem Handy in Los Angeles oder Sydney, natürlich unter Berücksichtigung der entsprechenden Zeitverschiebung, anrufen und die Bekannten bitten, im Internet die Homepage www.fernweh-park.de zu öffnen. Dort sind auf der Startseite die zwei Webcam-Bilder sichtbar. Klickt man wahlweise eines an, vergrößert es sich und man sieht seine Freunde Hallo sagen von ihren Trip in good old Germany."

Bis es soweit war, mußten jedoch viele technische Hürden überwunden werden. Klaus Beer arbeitete da eng mit den Webcam Spezialisten und Fernwehpark Vereinsmitgliedern Hartmut Böhringer und Stefan Steppat zusammen, der in Gingen die technischen Fäden der Software in der Hand hielt. Hartmut Böhringer tüftelte vor Ort an der Lösung so manch technischer Probleme zur Realisierung des Projekts - gute zwei Jahre lang intensive Hardware-Arbeit.

Böhringer: "Die seit 2001 bestehende Webcam wurde damals mit einer Funkverbindung ausgestattet, die das Bild vom Fernwehpark direkt an den PC im Gebäude der Sparkasse an der Michaelisbrücke sendete. Dieser PC übertrug das Bild dann ins Internet. Das Bild einer zweiten Kamera war mit dieser Konstellation leider nicht zu übertragen. Es musste eine andere Lösung gefunden werden: Ein Mini-Netzwerk, installiert im Keller des Gebäudes der Sparkasse, digitalisiert beide per Funk übertragenen Bilder und sendet sie wie ein kleiner Internet-Server ins Internet. Diese Lösung ermöglicht eine Erweiterung auf bis zu vier Kameras; so können dann zum Beispiel auch Bilder aus dem zukünftigen Fernwehpark Museum/DINER übertragen werden!"

Doch zunächst war Schuften angesagt. Der PC des Fernwehparks von Stefan Steppat wurde komplett neu installiert und fernsteuerbar gemacht, da er den PC von Giengen aus warten muss. Gleichzeitig wurde von Hartmut Böhringer, unter Mithilfe von Klaus Beer, die Verkabelung im Gebäude der Sparkasse / Baugenossenschaft den neuen Anforderungen angepasst und der Video-Server installiert.

Danach konnte der zweite Empfänger auf dem Dach der Sparkasse angebracht werden. Nach einem kurzen Test wurde schließlich die Kamera an einem Lichtmast beim Fernwehpark installiert. Mitarbeiter von HEW nahmen außerdem den Elektroanschluss vor; das nötige Kabel war bereits vor einem Jahr im Rahmen von Reparaturarbeiten mitverlegt worden. Beer: "Alle Kosten trägt der Fernwehpark Verein. Dankbar sind wir jedoch für ein Sponsoring der Sparkasse, ProHof und Elektro Hörl. Und ohne die unzähligen Freizeitstunden von Hartmut Böhringer und Stefan Steppat wäre das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen."

Beide Webcams erfüllen nicht nur eine Grußfunktion, sie bewachen auch den Park, Tag und Nacht. Beer: "Zusammen mit weiteren Überwachungskameras, die im Park verteilt rund um die Uhr alle Aktiviäten aufzeichnen, ist der Fernwehpark in allen Ecken bewacht wie Fort Knox. Während früher die Bilder auf Video aufgezeichnet und nach Bandende leider alle 24 Stunden überschrieben wurden, kann man jetzt durch Aufzeichnung auf Festplatte eines leistungsstarken PC, einen ganzen Monat lang jedes einzelne Bild zurückverfolgen."

Klaus Beer kann auch von amüsanten Begebenheiten rund um die Kameraüberwachung berichten. "Wir konnten zum Beispiel einmal einen 'Blumenklauer' ausfindig machen. Dieser entpuppte sich nach Rückverfolgung der Bilder allerdings als städtischer Mitarbeiter, der zur Säuberung eine welke Pflanze aus dem Blumenbeet entfernte. Auch küßte sich einmal ein Pärchen fast 30 Minuten recht leidenschaftlich vor der Kamera, um der ganzen Welt ihre Liebe zu demonstrieren. Ein andermal trieb sich von 0.10 Uhr - 3.22 Uhr ein einsamer Zecher vor dem New York Schild herum, schlichtete die Kerzen und Blumen, die zum NYC-Memorial Day vor dem Pfosten aufgereiht waren, hin und her. Schluß mit lustig wird es allerdings bei Beschädigungen. Hier wird unerbittlich jedes Vergehen zur Anzeige gebracht - gleich mit Bild der Täter."

Unser Bild zeigt Hartmut Böhringer beim Justieren der 2. Webcam. Im denkwürdigen Augenblick der Inbetriebnahme dabei waren auch Reinhard Gerstner, 1. Vorstizender von ProHof (links) und Stefan Steppat, Haupt-Webmaster und Software-Webcam-Betreuer. Punkt 15.00 Uhr ging die Kamera auf Sendung und konnte am anderen Tag gleich den Start des Fahrradabenteurers Tilmann Waldthaler vom Fernwehpark nach Australien weltweit übertragen.

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