Die Fernweh-Frage
WAS VERBINDEN SIE MIT DEM BEGRIFF "FERNWEH"?
MATTHIAS POLITYCKI - (Schriftsteller)
Im Rahmen der Aufnahme des Schriftstellers MATTHIAS POLITYCKI in die "Signs of Fame" des multikulturellen und völkerverbindenden Friedensprojekts "Fernwehpark" mit Signierung seines Star-Schildes und seinen "Handabdrücken in Ton" stellte ihm Fernwehpark Intitiator Klaus Beer auch die "FERNWEH-FRAGE": Was verbinden Sie mit dem Begriff FERNWEH? In welches Land oder Stadt würden Sie gerne einmal oder wieder reisen? Oder was wäre Ihr absoluter "Fernweh-Traum?"
"... Ich muss da wieder raus, nämlich dorthin, wo es mir definitiv schlechter gehen wird!... "Wer das Fernweh bekämpfen will, muß es paradoxerweise mit einem anderen Leiden tun, dem Erleiden fremder Weltwirklichkeit....", sagte Matthias Politycki in einem Interview. (Zitat aus "Weltwirklichkeit erleiden" von Michael Weiland, erschienen im "Szene Hamburg" 03.09) Denn er bekam eine ähnliche Fragen zu diesem Thema schon öfters gestellt, ist doch das ausgelebte Fernweh, das in Reisen resultiert, die Grundlage seiner literarischen Arbeiten, seiner Romane, wie z.B. "Herr der Hörner", der in Santiago de Chile spielt oder konkret in seinem jüngsten Roman, "In 180 Tagen um die Welt". Hier Politycki als "Schiffschreiber auf dem Luxusliner MS Europa 119 Häfen an, war in 46 Ländern unterwegs.
Welches nun war das für ihn Schönste, welches für Ihn die interessanteste Stadt?
Auf dieser Tour oder auch auf früheren Reisen vielleicht?, fragt Klaus Beer den Schriftsteller nun gezielt in Beziehung zu seiner Aufnahme in den Fernwehpark.
Matthias Politycki antwortet: "Für mich war Indien das schönste Land, wir fuhren da, zwar mit einer Nobelgruppe, von Madras hinauf bis Agra. Das Erleben des Landes mit seinen kleinen Dörfern und Ursprünglichkeit war unbeschreiblich und das Taj Mahal natürlich überwältigend..."
Klaus Beer, dessen Augen meist bei Nordamerika zu leuchten beginnen, strahlt über das ganze Gesicht und zückt das neue Fernwehpark Prospekt, in dem auf Seite 5 in der Rubrik "Fernwehpark Besucher und ihre Schildergrüße" auch ganz groß das Taj Mahal abgebildet ist, also optisch aufgezeigt wird, wie die Bilder aus dem "Kopfkino" aussehen können, wenn man ein entsprechendes Schild, in diesem Falle aus Indien, beim Bummel durch den Fernwehaprk erblickt...
"Herr Politycki, ich fasse es nicht. Wir beide haben schon so viel von der Welt gesehen und haben soeben eine Gemeinsamkeit entdeckt. Auch für mich ist INDIEN mein ganz persönliches Lieblingsland und kommt, ich fasse es ja selbst kaum, noch VOR meinem geliebten Amerika."
Wie das, wird man sich fragen, kennt man Klaus Beer's Reisedroge, die Amerika heißt.
Doch ein anderes Suchtmittel ist stärker als die USA, die Droge "Fernweh". Und da steht für Klaus als Synonym INDIEN.
Kein Wunder, hat der Hofer Weltenbummler den indischen Subkontinent von den Wüstengebieten Rajastans über Jaipur mit seinem märchenhaften "Palast der Winde", Udaipur, Agra natürlich, Benares, Delhi bis Bombay, Madras und weiter bis zur Südspitze nach Kerala mit seinen Palmenwäldern bereist und darüber zwei abendfüllende Reisefilme gedreht. Diese beiden Produktionen, in denen der Filmemacher das Leben in Indien mit seinen Sitten und Gebräuchen, seinen bunten Märkten, Waschungen am heiligen Gangesfluß in Varanasi (Benares), heiligen Männern und farbenfrohen Tempelleben hautnah eingefangen hat, waren jahrelang der Publikumsmagnet auf seinen Filmvortragstourneen. Auch die danach folgenden Filmteile über "Thailand" konnten Indien an Farbenpracht, Exotik und vorallem Ursprünglichkeit nicht gleichkommen.
Dazu erzählt Klaus Beer Matthias Politycki ein Beispiel: "Stellen Sie sich einmal herrlich grüne Reisfelder vor, dahinter hohe Kokospalmen, und im Wasser Reispflanzerinnen. In Indien sind diese in farbenprächtige Sari gekleidet, mit buntem Schmuck im Nasenflügel, der sich manchmal bis zum Ohrläppchen zieht. In Thailand dann das gleiche Bild. Sich im Wind wiegende Kokospalmen, Reisterrassen, Reispflanzerinnen. Doch anstelle von bunten Saris, die harmonisch in das Landschaftsbild passen, tragen die thailändischen Frauen Gummistiefel, Jeans und T-Shirts, auf denen oft noch die Mickey Mouse abgebildet ist. Da schüttelt es mich richtig, wenn ich diese Szene im Sucher der Filmkamera einkomponieren will..."