Ein Regisseur auf dem Sprung nach HOLLYWOOD
SEBASTIAN NIEMANN, Deutscher Regisseur und Drehbuchautor, hat sich auf Genrefilme spezialisiert. Seine Vorliebe für Fantasy, Geister- und Gespenstergeschichten spiegelt sich in seinen Arbeiten wider. So auch "Das Jesus Video" und "Hui Buh - Das Schloßgespenst".
2002 verfilmte Sebastian Niemann für das Fernsehen den Andreas Eschbachs Bestseller "Das Jesus Video“. In dem 2-teilligen TV-Thriller, der durch eingebrachte Actionsequenzen deutlich vom Roman abweicht, aber zum großen Erfolg wurde, spielen Matthias Koeberlin und Naike Rivelli die Hauptrollen.
Im Kino wurde seine Verfilmung der Hörspielserie "Hui Buh - Das Schlossgespenst" einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres 2006. Unter den Protagonisten seiner -Werke finden sich weitere großen Namen, so auch Franco Nero und Bud Spencer, zwei Alt-Italowestern Stars, die in Niemanns 2009 gedrehten Film "Mord ist mein Geschäft, Liebling" spielten.
Entnehmen Sie bitte die ausführliche Biografie der geehrten Persönlichkeit deren eigener Homepage.
Vorfreude auf Fachsimbeln zweier Filmfreaks
Andrè Puchta, PR Agent des Fernwehparks in Köln, nannte eines Tages Klaus Beer einen Geheimtipp unter den deutschen Regisseuren: Sebastian Niemann. Obwohl Klaus Beers Leidenschaft das große Kino ist, vorallem das Actionkino Hollywoods, er selbst Kinofilme sammelt und auch Filmkritiken schreibt und als Filmemacher akribisch jeden Spielfilm von der technischen Qualität her betrachtet, ja hart mit den Werken ins Gericht geht, sagte ihm zuerst der Name Niemann nichts. Doch als dann der Filmtitel „Das Jesus Video“ fiel, machte es „Klick“.
Klaus Beer: „Der Film ist einsame Spitze und kann mit den großen Hollywood Blockbustern mithalten. So war es geradezu ein Muß, einmal den Regisseur persönlich kennenzulernen, der in
jungen Jahren schon solche Werke produziert. Und offen gestanden, spielte ein bischen Neid auch mit. Denn das, was Sebastian Niemann in jungen Jahren geschafft hat, war mein
Lebenstraum: Die Filmhochschule in München besuchen und eben Filme drehen. Lieber aber als Kameramann oder am besten beides zusammen. Kamera und Regie. Denn das ergibt den Guß
und die Bilder, die ich will. Da ich die Welt, vorallem auf Reisen, sowieso nur durch den Kamerasucher sehe und immer bestimmte Bild-Vorstellungen habe, die nur so und nicht
anders umzusetzen sind, hätte ich beides tun müssen.“
So freut es Klaus Beer sehr, nach den Regisseuren Roland Emmerich,
Bernd Eichinger und Wim Wenders nun auch
Sebastian Niemann im „Signs of Fame“ verewigen zu können.
Wie mailte Klaus Beer Sebastian Niemann im Vorfeld? „Nach der offiziellen Aktion müssen wir uns unbedingt noch ein wenig über einige technische Dinge des Filmemachens unterhalten.
Denn da hat sich in den letzten Jahren ein für mich völlig unverständlicher technischer Unsinn in die Kinobilder eingeschlichen, daß ich manche DVD nur noch mit der Beißzange
anfasse. Die nicht mehr vorhandene fehlende technische Qualität kann und will ich als Konsument nicht mehr länger hinnehmen.
Die besten Actionfilme wurden in den Achtzigern gedreht, da verstand man noch das Handwerk des Filmemachens, des großen Kinos der Illusionen. Jetzt wird, mit wenigen Ausnahmen,
meist nur noch Schrott am Fließband produziert. Der Schwachsinn der wackelnden Handkamera zum Beispiel. Grauenhaft. Deshalb ist ihr Film eine so wohltuende Ausnahme. Ich freue
mich sehr, Sie kennenlernen zu dürfen...“
Die Star-Schild Signierung
Location der Ehrung ist wiedereinmal das renommierte Hotel MANDARIN in München, wo schon die Aufnahmen von Gitta Saxx und dem
König von Beinin stattfanden.
An dieser Stelle möchten wir einmal ganz herzlich der Geschäftsführung des Hotels, Frau Konstanze Ruf, „Sales & Marketing Executive“ des Hotels, für die Möglichkeit danken, Ihr Haus für die Ehrungen nutzen zu dürfen.
Eine geschwungene Marmortreppe mit Säulenaufgang, Keramik Blumenvasen und ein gediegenes, exotisches Ambiente in niveauvoller Hotelatmosphäre könnte nicht besser passen zur
Durchführung einer Ehrung für Stars und Prominente.
Nach einer herzlichen Begrüßung bittet Klaus Beer den Regisseur zur Signierung. Schwungvoll setzt Sebastian Niemann seinen Namenszug unter seinen Schildergruß.
Das Fotoshooting ist in vollem Gang. Sebastian schaut so offen in die Kamera, wie er selbst ist. Im Gespräch hält er Blickkontakt, hört aufmerksam zu, ist hochkonzentriert. Wie eben ein Regisseur, der einen Ameisenhaufen von Mitarbeitern unter Kontrolle zu halten hat, sein muß. Nur so kann man die Übersicht über ein Filmprojekt behalten. Sebastian Niemann überzeugt auch als Privatmensch, so daß man ihm jede Filmarbeit, auch an ganz großen Kinoprojekten, vielleicht sogar einmal in der Traumfabrik L.A., in Hollywood, ohne Bedenken zutraut.
Sebastian Niemann präsentiert das sinierte Star-Schild auf der für die Aufnahmen in die „Signs of Fame“ im Hotel Mandarin zur Verfügung gestellten „Showtreppe“.
Zwei, die sich auf Anhieb verstehen. Shake Hands mit Fernwehpark Initiator, Weltenbummler und Filmemacher Klaus Beer.
Seit geraumer Zeit vergibt der „Fernwehpark“ das Star-Schild auch in Miniaturform an die Stars, als Erinnerung. Klaus Beer: „Bei Oscar-Verleihungen oder auch sonst erhalten die Stars die Trophäen, den Oscar, den Bambi oder die Goldene Kamera, um diese zu Hause hinstellen zu können. Wir nahmen aber das Objekt der Ehrung, nach der Signierung, bislang immer wieder mit. Das hat sich nun geändert. Wir können uns zwar nicht mit den genannten Preissymbolen vergleichen, doch soll nun auch die geehrte Person etwas mit nach Hause nehmen dürfen. In unserem Fall das Orginal Star-Schild en miniature.“
Eine zweite kleine Anfertigung wird für das geplante Fernweh Star-Museum signiert, das gegenüber des Hofer Fernwehparks geplant ist.
„Das Jesus-Video“
Bevor sich Klaus Beer und Sebastian Niemann zu einem Kaffee in die Hotellounge zurückziehen, um über das Filmemachen und das große Kino zu fachsimpeln, bittet Klaus den Regisseur noch um eine weiteres Autogramm.
Er hat aus seiner DVD-Kinosammlung Niemanns Film “Das Jesus-Video“ mitgebracht und bittet den Regisseur, das Cover zu signieren.
„DAS JESUS-VIDEO“ ist ein Science-Fiction-Abenteuerfilm aus dem Jahre 2002 und als TV-Zweiteiler ausgestrahlt. Er basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Andreas Eschbach, dessen Handlung jedoch deutlich vom Buch abweicht. Für die TV-Verfilmung setzte Andreas Niemann mehr auf optische Spannungselemente, gewürzt recht ansehnlichen Actionssequenzen, die dem großen Kino alle Ehre machen.
Der Inhalt: Bei einer archäologischen Grabung in Israel findet der deutsche Student Steffen Vogt das Skelett eines Mannes. Das geschätzte Alter: rund 2000 Jahre. Daneben ein Beutel mit der Bedienungsanleitung eines Camcorders mit eingebauter Festplatte. Der Prototyp eines Modells, das erst in drei Jahren auf den Markt kommt.
Es gibt nur eine logische Erklärung für Steffen: Das ist das Skelett eines Zeitreisenden! Er beginnt gegen alle Widerstände die Suche nach der Kamera, da er überzeugt ist, daß darauf eine Filmaufnahme von Jesus Christus zu finden ist. Vieles in dem Brief deutet darauf hin.
Als bekannt wird, daß Steffen auf der Suche nach der Kamera ist, setzen sich mehrere Verfolger auf seine Spur, u.a. der Vatikan. Denn das Video könnte, sollte Jesus wirklich da zu sehen sein, die Grundlagen des christlichen Glaubens in der ganzen Welt auf den Kopf stellen.
Nach diversen Recherchen führt die Spur nach Jerusalem zur Klagemauer und weiter zu einer Festung mitten in der Wüste. Doch dort wurde bereits ein Blutbad angerichtet. Nur ein Mönch kam mit dem Leben davon und führt Vogt in eine Geheimkammer, in der die Kamera aufbewahrt wird, die alle paar Jahre nur von ganz ausgewählten Mönchen in Gang gesetzt werden darf...
Was folgt sind Hubschrauberangriffe, Explosionen und eine große Überraschung. Was ist auf dem Video zu sehen? Wirklich Jesus Christus? Und wer ist letztendlich der Zeitreisende? Doch all das soll auch hier nicht verraten werden. "Man sollte sich den Film unbedingt den Film anschauen", so Klaus Beer.
Klaus Beer ist von Sebastian Niemanns Regiearbeit an diesem Film begeistert. Beer: „Der Film macht nichts falsch und ließ mich als sehr kritischen Kinoseher von der ersten bis zur letzten Minute mit großer Spannung dranbleiben. Denn oft ist es leider so, daß ich schon nach drei Minuten wutentbrannt die DVD aus dem Recorder nehme, weil der Inhalt in der technischen Umsetzung einfach nur Schrott ist.“
Technische „Verbrechen“ am Film
„Doch Sebastian Niemann versteht sein Handwerk. Hat sich einen sehr guten Kameramann geholt und fantastische Schauspieler. Was mich besonders faszinierte: Der Film wirkt echt,
nicht geleckt, nicht künstlich. Da stimmen die Farben der Wüste mit den Bildern überein. Das Makeup ist echter Wüstenstaub, oft wurden die Schauspieler nicht nur ein bischen
gepudert, sondern mußten sich wirklich im Sand der Wüste wälzen. Deshalb wirkt alles sehr realistisch. Wenn man wie ich Tunesien, Marokko, Ägypten, Algerien, die Sahara und
viele andere arabische Länder bereist hat merkt man sofort, wenn etwas nicht stimmt. So auch die eingeschnittenen Zuspielbilder aus Israel, da man dort keine Dreherlaubnis bekam.
Doch dieses Fremdkörperchen ist, gesehen im Gesamtwerk, völlig bedeutungslos.
„Auch blitzen bei Actionsequenzen keine dümmlichen Feuerwerkskörper an den Einschußstellen auf. Da spritzt schon mal der Dreck weg oder es fetzt Gesteinsstücke aus dem Mauerwerk.
Nur so nimmt man einem Film seine Authentizität ab.“
Klaus Beer nippt an seinem Wasser. Man merkt, daß das, was jetzt folgt, ihn schon seit langem bewegt. Sebastian Niemann hört gespannt zu.
„Auch die Kameraführung ist hervorragend. Keine so schnellen Schnitte, das man bei einem Augenzwinkern gleich fünf Szenenfolgen verpaßt. Auch stimmen die Farben, nicht so dümmlich
graugrün eingefärbt wie bei oft neuen Produktionen, bei denen man glaubt, man hätte aus Kostengründen verdorbenes, überlagertes Filmmaterial eingekauft, bei dem zudem auch oft die
Kontraste überstrahlen. Von `Farbfilm` ist schon lange keine Rede mehr im internationalen Film.
Und vorallem. Es wurde mit Stativ gefilmt. Ich finde es einfach unverständlich wie man auf die Idee kommen kann, einen ganzen Film nur mit Handkamera abzudrehen. Einzelne
Actionsequenzen wie z.B. der Einstiegs- und Angriffsblock des Films „Der Soldat James Ryan“ sind ja OK. Aber wenn wie bei „Das Bourne Ultimatum“ oder „Operation Kingdom“ oder
„24 Weeks later“ und sogar am ekligsten, bei „Cloverfield“ alles nur wackelt, frage ich mich, welchen Blödsinn sich so jemand ausgedacht hat. Und das so ein Schwachsinn nun auch
Mode macht und in anderen Machwerken dieser Art immer wieder auftaucht...“ Cloverfield habe ich mir nicht mal ausgeliehen, nicht mal angetestet, als ich las, daß er nur mit
Handkamera gedreht ist. Und der wird zudem noch als Bluray angeboten. Fantastisch wackelnde Schärfe sozusagen. Für wie bescheuert hält man wohl die Filmfans?“
Der Fluch der Handkamera und der zerhackten Bilder
Klaus Beer weiter. „Bemerke ich so eine grauenhafte Handkamera gleich am Anfang eines Films, werfe ich diesen sofort wieder aus dem Rekorder. Ich möchte solides Kino im Heimkino
auf 3-Meter Großleinwand sehen und kein Gewackel von Köpfen und Hintergrund. Letzteres macht nur Sinn, wenn man gerade ein Erdbeben filmt. Ich möchte keine Videoclip sehen,
sondern handwerklich gut gemachtes Kino genießen.“
„Dem Ganzen wird dann oft noch die Krone aufgesetzt, wenn aus einem fließenden Bewegungsablauf Filmbilder entfernt werden, so daß alles zerhackt wiedergeben wird. Wie unter
einem Stroposkop-Blitz sind dann da die Bilder zu sehen. Damit will man vielleicht die Action noch schneller darstellen, doch das ist nicht solides gelerntes Filmhandwerk.
Das Objekt soll sich vor der Kamera bewegen und nicht die Kamera oder technischer Firlefanz fehlende Bewegung vorgaukeln. So erhielt von mir z.B. auch der Film „Alexander“
eine sehr schlechte Kritik. Denn als am Schluß die Kampfelefanten aufeinander prallen, sieht man nur noch ruckige, zuckende Bilder. Für mich Schwachsinn hoch Drei. Note 6.
So eine technische Entgleisung verdirbt den gesamten Film.“
Klaus Beer gerät bei der Schilderung all jener Fehler im Filmhandwerk regelrecht in Rage und freut sich, endlich einem gestandenen Regisseur, der sein Filmhandwerk von der
pike auf versteht, dies alles einmal schildern zu dürfen. Unter www.terra-film.de nämlich hat Klaus Beer eine eigene, ganz private Kinokritik eingestellt, in der er die
Kinofilmproduktionen der Sechziger bis heute in den Rubriken „Best of the Best“, „Gerade noch OK“ und „Trash“ unter die Lupe nimmt und darin die Filme in genauester Begutachtung
der geschilderten technischer Umsetzung bewertet.
Klaus Beer: „Wenn ich als Filmkonsument Geld als Leihgebühr in Videotheken ausgebe oder eben für einen Kinobesuch, erwarte ich als Gegenleistung solides technisches Können und
Qualität in der Umsetzung der Bilder. Auf den Punkt gebracht: Wenn ein Film auch nur ein oder zwei der
geschilderter Mängel wie Wackelkamera, fehlende Farben, ultraschnelle Schnitte oder entfernte Filmbilder aufweist, fliegt die DVD sofort aus dem Abspielgerät.“
„Aber all meine Kritk ist natürlich rein subjektiv. Anderen gefällt vielleicht sogar das Gezappel, Gezucke, Gerucke, Gewackel, Filmgehacksle in grüngelben Bildern. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß alle Kinobesucher oder Videothekenkunden nur im Delirium Filme gucken“.
Sebastian Niemann hat aufmerksam zugehört, ja hing regelrecht an dem Lippen des Kritikers, der, wie er sagt, „Hollywood liebt“ und ihn gerade deshalb der sich in den letzten Jahren in der Filmindustrie eingeschlichene Qualitätsverlust so auf die Palme bringt.
Aus 20 Minuten Filmfachsimpelei werden über zwei Stunden. Was Sebastian Klaus noch alles über seine Zukunftspläne erzählt, läßt Freude aufkommen. Doch hier wird darüber nichts verraten. Wie im „Jesus Video“ soll die Spannung bis zum Schluß aufrecht erhalten werden...
Sebastian Niemann und Klaus Beer geben das Friedenszeichen. Bleibt zu hoffen, daß Beers Kritiken am nachlassenden technischen Handwerk des großen Kino bald der Vergangenheit
angehören und man sich wieder mit Lust, bepackt mit Poppcorn und Cola, im Kinosessel räkeln kann.
Denn was gibt es Schöneres, als sich mit Blick auf eine große Leinwand wegträumen zu können in Fantasiewelten, zu tollen Kinoabenteuern. Oder wie im Fernwehpark mit Blick auf die
Schilder in fremde Gefielde. Es gibt Parallelen...
Klaus Beer: „Ungesehen eine DVD erwerben oder ins Kino gehen kann man, wenn unter REGIE der Name SEBASTIAN NIEMANN auftaucht. Ich freue mich sehr auf sein neues Werk. Denn das
verspricht sicher wieder echtes großes Kinovergnügen, das eigentlich „Das Jesus-Video“ gewesen wäre. So gut war diese „nur“ für das Fernsehen gedrehte Arbeit. Aber wer weiß,
vielleicht gibt es davon bald ein Remake. Diesmal gemacht für den Kinosessel.“
Klaus überzeugt: „Ich bin mir sicher, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis es Sebastian Niemann auch nach Hollywood geschafft hat. Als absoluter L.A.-Fan weiß ich heute schon.
Ich werde mir eine Kinokarte für die Premierenvorstellung am Hollywood Boulevard besorgen, egal wie hoch ich mich dabei verschulde...“

Fotos: Ralf Standtke